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Trauen Sie sich!: Warum mein Mann und ich geheiratet haben? Weil wir es nicht mussten!

Trauen Sie sich!: Warum mein Mann und ich geheiratet haben? Weil wir es nicht mussten!




“Warum macht ihr das denn?”, fragten viele Freunde, als mein Mann und ich im letzten Jahr verkündeten, dass wir heiraten wollten. “Das ist doch heute gar nicht mehr nötig!” Weder wir noch unser Freundeskreis sind besonders konservativ, wir sind alle um die 30 und tendenziell entspannte Menschen. Heiraten steht für viele unserer Bekannten nicht auf dem Lebensplan. Es gilt als spießig und unnötig. Auf diese Frage, die ich wirklich häufig zu hören bekam, hatte ich zuerst auch gar keine richtige Antwort. Ich wusste, dass ich Lust hatte zu heiraten – aber warum eigentlich?Viele Freunde verstanden unseren Wunsch nichtDie Generation unserer Eltern hatte viele handfeste Gründe, den Bund fürs Leben zu schließen: Eine Schwangerschaft, die etwas früher als geplant ins Leben der beiden platzte. Die Tatsache, dass man ohne Trauschein nicht einmal beieinander übernachten oder gar zusammenziehen durfte. Um dafür zu sorgen, dass gemeinsame Kinder keine Nachteile hatten – sei es in Sachen Erbe, Sorgerecht oder Ansehen. Oder einfach, weil sich das so gehörte. Aber meine Freunde haben ja Recht: Keiner dieser Gründe zählt heute noch. Niemand muss mehr verheiratet sein.Heiratsantrag HeftstückAuch mein heutiger Mann und ich waren schon mehr als zehn Jahre zusammen, ganz ohne Trauschein. Alles lief prima. Wir hätten nichts ändern müssen. Aber irgendwie war uns beiden klar, dass wir irgendwann heiraten wollten. Und dann waren wir im Urlaub in New York und fuhren eines Abends mit der Fähre nach Staten Island – im Sonnenuntergang. Der Blick auf die Silhouette dieser grandiosen Stadt vorm roten Abendhimmel war so unerhört kitschig, dass wir es fast nicht glauben konnten. Und da fragte er mich einfach. An der Reling der Fähre, Wasser um uns herum, die New Yorker Skyline im Blick. Ich glaube, ich sagte nicht mal “Ja”. Sondern ein flapsiges “Na klar!”. Weil die Antwort für mich so selbstverständlich war.Heiraten ist eine rundum schöne SacheIch finde alles am Heiraten schön. Dass man die ganze Familie (oder zumindest die Teile davon, die man mag) einen Tag lang an seinem Glück teilhaben lässt. Die romantische Zeremonie. Die Ernsthaftigkeit der standesamtlichen Trauung. Und natürlich, dass man mit allen Menschen, die man lieb hat, eine große Party feiern kann und dabei ein übertrieben schönes Kleid trägt. Die Organisation so einer Hochzeit ist allerdings ein Kraftakt, und ein langwieriger dazu. Aber er schweißt zusammen – und in der Feier entlädt sich die vorherige Anspannung auf wunderbarste Weise.  Heiraten ist toll!In den ersten Wochen und sogar Monaten nach der Hochzeit kamen mein Mann und ich uns noch immer so vor, als würden wir Ehepaar spielen. Wir kicherten, wenn wir uns gegenseitig “Ehemann” oder “Ehefrau” nannten und gaben uns mit unseren Eheringen Fistbumps, wie die Figuren bei “Captain Planet” in der Zeichentrickserie. So lange waren wir Freund und Freundin gewesen – jetzt waren wir Mann und Frau. Allein, das zu sagen, kommt mir selbst heute noch komisch vor. Es fühlt sich aber großartig an. Die Hochzeit hat uns noch einmal enger zusammengeschubst – auch wenn wir vorher geschworen hätten, dass das gar nicht ginge. Verheiratet sein fühlt sich anders an als “einfach nur” ein Paar zu sein. Plötzlich ist man wirklich eine Einheit. Und das nicht nur, wenn es um die Steuererklärung geht.Wir wurden ein noch besseres TeamZudem wird man entspannter. Ich muss gestehen, dass ich manchmal unsicher und eifersüchtig bin. Vermutlich ist das menschlich, immerhin kenne ich meine Fehler und arbeite dagegen an, wenn ich mich ertappe. Da ist es ein wirklich schönes Gefühl, wenn sich der andere für einen solch großen Schritt entscheidet und damit zeigt: Ich will mich noch enger an dich binden und ich plane die Zukunft mit dir, ganz konkret. Seitdem sorge ich mich viel weniger und habe somit mehr Zeit zum Glücklichsein.Warum wir geheiratet haben? Weil wir es wollten. Weil wir es schön fanden. Weil wir uns lieben. Nicht, weil wir es müssen. Nicht, weil wir einen Grund dafür gehabt hätten. Sondern sogar ganz im Gegenteil: Weil wir keinen Grund hatten. Wir haben geheiratet, um unsere Liebe zu feiern. Und wir haben das seither keinen Tag bereut.Trauen Sie sich! In der übernächsten Ausgabe des stern (11. Juli) stellen wir eine Heftseite für einen ganz persönlichen Heiratsanstrag zur Verfügung. Vielleicht für Ihren! Um sich zu bewerben, senden Sie eine E-Mail an [email protected] Enthalten sein sollten: Ihr vollständiger Name, zwei Fotos von Ihnen und Ihrem/Ihrer Partner/in sowie Ihre Liebesgeschichte in einigen Sätzen erzählt. Einsendeschluss ist der 4. Juli. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!Mehr zum Thema “Wie die Liebe gelingt” finden Sie im neuen stern:Eine IKEA-Tasche rettet dieser Braut ihr Hochzeitskleid



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Author : Wiebke Tomescheit

Publish date : 2019-06-27 04:34:51

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