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Sorgerecht und Scheidung: Sie scheiden Paare. Und bestimmen, wer die Kinder bekommt. Ein Interview über Lüge, Manipulation und Hass

Sorgerecht und Scheidung: Sie scheiden Paare. Und bestimmen, wer die Kinder bekommt. Ein Interview über Lüge, Manipulation und Hass




Frau Sachenbacher, Frau Ferschl, wie lange dauert eine Scheidung?Ferschl: Eine Viertelstunde.Sachenbacher: Einige Kollegen schaffen es in fünf Minuten. Ich mache bis zu zehn Scheidungen am Tag.Wer sitzt da im Saal?S.: Außer mir nur das Paar und dessen Anwälte. Wir tagen hinter verschlossenen Türen. Einzige Ausnahme: wenn ich die Scheidung verkünde.Dann darf jeder reinspazieren?F.: Theoretisch ja. Aber es ist mir noch nie passiert, dass da jemand gekommen ist.S.: Ganz selten wollen neue Lebenspartner dabei sein. Neulich stand eine Frau mit Prosecco und einer roten Rose auf dem Flur. Sie sagte, mein künftiger Mann wird gerade geschieden. Ich sagte sehr deutlich, dass ich es besser fände, wenn sie draußen wartet.Warum so streng?S.: Ich finde das stillos. Es ist für die Betroffenen oft ein bewegender Moment. Ab und an sehe ich Männer und Frauen mit einer dicken Träne im Auge.F.: Manche Paare haben aber auch fünf, sechs Jahre lang gestritten und sind sehr erleichtert, dass sie endlich geschieden werden.Wie häufig kommt es vor, dass sich Paare vor Gericht bis aufs Blut streiten?S.: Etwa die Hälfte kommt schon mit einer einvernehmlichen Lösung zu uns, das sind die Fälle, die in ein paar Minuten über die Bühne gehen. Bei den anderen müssen Einzelheiten verhandelt werden. Trennungsunterhalt, Güterrecht, Versorgungsausgleich, Sorgerecht, Umgang mit den Kindern. Oft kann man das mit ein, zwei Terminen regeln. Bei vielleicht 20 Prozent der Fälle bekommen wir aber erst nach ein oder zwei Jahren ein Ergebnis hin. Ungefähr fünf Prozent sind extrem strittig.h18903879_1079142271Merken Sie, was Sie erwartet, sobald ein Paar in den Saal tritt?S.: Manchmal spüre ich tatsächlich den Hass, so intensiv, dass man ihn fast in Scheiben schneiden kann. Die gucken sich nicht an. Wählen den Sitzplatz mit dem größten Abstand. Lachen spöttisch auf, wenn der andere was sagt. Anfangs ist manchmal noch ein Deckel des Wohlverhaltens darauf …F.: … doch dann ploppt er hoch. Eine Stunde lang kann man sich kontrollieren, aber solche Fälle verhandeln wir viel länger.Sind Ihnen diese Ausbrüche unangenehm?S.: Nein. Nichts ist spannender, als wenn zwei Parteien aufeinander losgehen, spätestens dann relativiert sich manche Behauptung aus den wohlformulierten Schriftsätzen. Emotionen sind ehrlicher.Nennen Sie uns ein Beispiel?S.: Zwei Akademiker, beide wollten den siebenjährigen Sohn bei sich haben. Man konnte nichts beanstanden, außer dass sie an ihrem Kind zerrten. Sie haben den Jungen fast zerrissen.Was haben Sie getan?S.: Vor der Verhandlung habe ich den Jungen angehört, ohne die Eltern. Er ging noch zur Grundschule, erzählte, dass er Tierarzt werden wolle. Und dass er gern Comicserien sehe, mit Tierfiguren, die Menschen verkörpern. Ich fragte ihn, was für Tiere wären denn deine Eltern? Er hat lange nachgedacht und gesagt: Quallen.Quallen?S.: Ich fragte ihn, warum? Er sagte: Das sind die Tiere mit dem wenigsten Gehirn. Ich diktierte das Gespräch danach wörtlich im Beisein der Eltern. Der Vater reagierte mit einem Wutanfall, die Mutter hat geweint. Raten Sie, bei wem das Kind heute lebt?Bei der Mutter.S.: Dieses Ergebnis hätte ich ohne die unmittelbare Reaktion der Eltern wohl nicht gehabt.Über das betroffene Kind ermitteln Sie, was in der Familie los ist?F.: Ich hatte mal einen Zwölfjährigen, der zwischen den Eltern pendelte. Er brachte zu seiner Anhörung einen Brief mit, in dem auf vier Seiten stand, warum er mehr bei einem Elternteil sein möchte. Als wir den Brief Punkt für Punkt durchgingen, ist den Eltern erst richtig bewusst geworden, in welcher Not ihr Kind steckte.S.: Kinder wissen immer mehr als die Eltern, weil sie emotional viel klarer sind. Ich beobachte auch das Zusammenspiel in der Familie. Vor meinem Richterzimmer warten Eltern, Kind und Anwälte vor der Verhandlung. Wenn in den Akten steht, das Kind mag nicht beim Vater sein, ich es aber auf seinem Schoß sitzen sehe, dann finde ich das interessant.h18903881_1079142263Wie sprechen Sie mit verfeindeten Paaren?S.: Ich versuche, ihren Blick zu erweitern. Ich sage: Wenn ich Ihre Verachtung schon mit Händen greifen kann, spürt auch Ihr Kind, dass 50 Prozent seiner Gene gehasst werden. Wie soll es sich da gesund entwickeln? Aber manche sind so gefangen in ihrer Wut.Was machen Sie dann?S.: Wenn ich nicht verstehe, was da gerade vor mir abgeht, setze ich mich in Gedanken beispielsweise auf den Stuhl des Vaters. Wie geht es dem jetzt, wenn er die Frau anschaut, die sagt: “Du bist unfähig!” Dann verstehe ich besser, dass der nicht nett antworten kann.Haben Sie manchmal Mitleid mit einem Elternteil?S.: Sehe ich eine depressive Frau oder einen schwerkranken Mann, dann schon, aber es darf nie zu weit gehen …F.: … dann verlieren wir die Objektivität. Unser Platz ist in der Mitte.S.: Ich muss immer beide ansprechen, sonst bin ich wegen Befangenheit raus. Ich sage ihnen: Ihr Kind ist im Loyalitätskonflikt, weil Sie beide über den jeweils anderen herziehen. Selbst wenn ich überzeugt bin, dass nur ein Elternteil das tut.Wie oft werden Sie angelogen?F.: So oft wie jeder Strafrichter. Wenn wir in Gefährdungsfällen Zweifel haben, dann können wir ermitteln, zum Beispiel wenn es um Gewalt geht.Wie ermitteln Sie?F.: Das Jugendamt hilft. Wir schicken einen Verfahrensbeistand in die Familie, den sogenannten Anwalt des Kindes. Er versucht, Vertrauen zum Kind aufzubauen und ein umfassendes Bild von der Familie zu bekommen.S.: Ich lade auch mal die Klassenlehrer oder die Erzieherin.Und wie oft haben Sie das Gefühl, dass Kinder nicht die Wahrheit sagen?S.: Sind Zwölfjährige halbwegs intelligent, kann ich nicht sicher sein. Manchmal bleibt ein schales Gefühl …F.: Ja, kenne ich, vielleicht bei zehn Prozent der Kinder.S.: Das sind Kinder, die schon auf eine Seite gezogen wurden, traurig und belastet wirken.Ehevertrag 12-30Leiden Sie mit?S.: Wenn ein Kind so traurig ist, dass es den Kopf auf meinen Tisch legt und mir sagt, “Ich kann nicht mehr”, dann ja. Dann werde ich auch wütend.Ist es in solchen Fällen schwer, eigene Emotionen zu verbergen?S.: Ja. Und manchmal ist es mir auch wichtig, den Eltern zu zeigen, dass ich wütend bin und ihr Kind in Therapie landet, wenn sie sich weiter so aufführen. Ich glaube, du kannst dich besser zurückhalten, oder?F.: Vielleicht unterscheiden wir uns in unserer Wortwahl. Aber auch mich verfolgen manche Szenen.S.: Das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir nach vorn arbeiten. Es ist die Zukunft, die wir mitgestalten.F.: Wir waren beide auch schon Strafrichterinnen. Das Strafrecht ist vergangenheitsorientiert. Im Familienrecht hingegen suchen wir Lösungen.Die Vergangenheit des Paares interessiert Sie nicht?S.: Es ist nicht unsere Aufgabe, die Schuldfrage zu klären. Es ist egal, wie oft die sich gestritten haben, wer schuld ist.Hilft es, dass Sie selbst Familien und Kinder haben?F.: Die Lebenserfahrung hilft. Mit 30 hätte ich nicht Familienrichterin sein wollen.S.: Das Wichtigste als Familienrichterin ist, dass man die Menschen mag. Damit meine ich nicht, dass man zu allen nett sein soll. Harmoniebedürftigkeit wäre ein Hindernis. Es geht darum, Menschen so zu öffnen, dass sie nicht mehr nur ihre Sicht der Dinge sehen.Lassen Sie erkennen, dass Sie selbst Kinder haben?S.: Eher selten. Einmal hörte mir ein Mann gar nicht zu. Außer ihm waren nur Frauen im Raum. Er wollte zeigen, dass er der Mann ist. Bis ich sagte: Jetzt hören Sie auf, ständig Ihre Männlichkeit zu betonen, ich habe vier Söhne daheim. Da hat er gestrahlt und gesagt: “Du – gute Frau!” Dann ging es viel leichter.Welche Rolle spielt Ihre eigene Erziehungserfahrung, wenn es um die Bewertung der Eltern geht?S.: Vor ein paar Jahren hatte ich einen Vater, der rechtsextrem war, ich spürte aber, der liebt sein Kind wie jeder andere Vater auch. Wenn mir einer unsympathisch ist, mache ich mir klar: Das fühle ich als Person, nicht als Richterin. Es steht mir in keiner Weise zu, meine Einstellungen einfließen zu lassen.Der Rechtsextreme hat das Recht, dem Kind seine Weltanschauung nahezubringen?S.: Das zu ändern ist nicht meine Aufgabe, solange das Kindeswohl nicht gefährdet ist.Ecclestone Scheidung BitprojectsSie halten Ihre Privatadressen geheim. Sie haben Notrufknöpfe an den Richterbänken. Kann der Beruf für Sie gefährlich werden?F.: Ich fühle mich sicher, auch dank der Einlasskontrollen. Wenn nötig, hole ich einen Wachtmeister in die Verhandlung.S.: Wenn wir einem Elternteil das Kind wegnehmen, ist das der schwerstmögliche Eingriff ins Elternrecht. Ich bekam vor Kurzem ein Schreiben eines solchen Vaters, in dem er drohte, meine Kinder zu entführen. Die Polizei nahm ihn sich zur Brust. Mulmig wird mir aber eher, wenn ich Hinweise bekomme, dass Mutter oder Vater suizidgefährdet sind. Davor habe ich Angst – dass ich ins Büro komme und erfahre: Alle sind tot. Eine Kollegin hat so etwas erlebt.Sie meinen den Fall des Familienvaters aus München-Trudering, der seine beiden Töchter und sich selbst tötete? In seinem Abschiedsbrief nannte er den Dauerstreit ums Sorgerecht als Motiv.S.: Das hat uns alle sehr verstört. Ein unauffälliger Mann. Jeder Richter setzt den Umgang sofort aus, wenn er Gefahren wittert, aber diese Tragödie war nicht absehbar, auch nicht für den Gutachter.Sie sprechen die Gutachter an. Anwälte beklagen deren Macht.S.: Nehmen wir an, Sie wären ein Elternpaar, beide erziehungsfähig, Sie fallen nicht aus dem Rahmen. Die Konstellation habe ich meist. Sie hassen sich aber wie die Pest. Nun soll ich entscheiden, bei wem das Kind lebt…. und dann fragen Sie den Gutachter, weil Sie sich auf seine Einschätzung zurückziehen können? Auf dem Anwaltstag wurde kritisiert, dass Gutachter viel zu oft bemüht würden.S.: Ich ziehe ihn nicht aus Feigheit hinzu. Sondern weil es manchmal gut ist, wenn noch jemand draufschaut. Bei Kindern unter 14 fordern das die Oberlandesgerichte sogar.Studien zufolge sind die Gutachten oft mangelhaft. Haben Sie eine schwarze Liste?F.: Eher eine Liste derer, die man gern nimmt.Wie viele Fälle bearbeiten Sie?S.: Meist habe ich zwischen 160 und 200 offene Verfahren. Pro Monat kommen 40 bis 80 neue Fälle dazu.Die schlimmsten sind vermutlich jene, bei denen es um Missbrauch geht?S.: Die sind extrem unbeliebt.Jodie Marsh 6.23hWeil Missbrauch so schwer nachzuweisen ist?S.: Nehmen wir an, es ist tatsächlich etwas passiert, aber man kann es nicht nachweisen.Ein Strafgericht würde sagen: Im Zweifel für den Angeklagten.S.: Das gilt auch für uns. Ich kann einem Vater auf Dauer das Kind nicht vorenthalten, weil jemand einen vagen Verdacht äußert. Ich brauche Beweise. Wenn ich die nicht bekomme, kann es sein, dass das Kind wieder Umgang mit dem Vater hat oder zu ihm zurückkommt.Solche Fehler sind nicht mehr gutzumachen.S.: Leider. Deshalb gehen wir bei einem hinreichenden Verdacht auf Nummer sicher, stoppen den Umgang oder nehmen das Kind heraus. Aber manchmal sitzen verzweifelte Väter vor mir, bei denen mir mein Inneres sagt, es könnte schon sein, dass überhaupt nichts passiert ist. Dass die Mutter mit einem falschen Vorwurf versucht, den Umgang zu verhindern. Trotzdem läuft in der Regel die Maschinerie an: Der Vater muss zur Therapie, das Kind wird auf Aussagetüchtigkeit überprüft, beide dürfen sich zunächst nur noch in Begleitung oder gar nicht mehr sehen. Das kann ein Jahr dauern.F.: Wenn der Verdacht nicht zu erhärten ist, muss der Umgang wieder angebahnt werden. Aber dann sind Vater und Kind einander schon entfremdet.S.: Im Grunde bleiben diese Fälle zu 90 Prozent unklar. Ich glaube, dass dort die meisten Fehler passieren. Wie bauen Sie Vertrauen zu den Kindern auf?F.: Wir hören die Kinder nicht im Gerichtssaal an, sondern in unseren Büros. Da sieht es freundlicher aus, manche Kollegen haben Spielzeug im Zimmer.Was irritiert Sie bei Kindern besonders?S.: Am meisten erschrecken mich emotional unterversorgte Kinder. Guckt man sie mütterlich an, hat man sie plötzlich auf dem Schoß. Wenn das gesunde Fremdeln fehlt, stimmt oft etwas nicht.Twitter-Reaktionen Dewan-Tatum 13.05Wie reagieren Sie?S.: Ich sage: Alles gut, setz dich auf deinen Platz. Ich spende Trost, reiche ein Taschentuch. Aber ich muss den Abstand wahren. Ich frage: Weißt du, warum du hier bist?Was hören Sie da zum Beispiel?S.: Ich hatte neulich einen Dreijährigen, der blieb an der Tür stehen, schaute mich finster an und sagte: “Ich soll dir sagen, ich will bei meiner Mama leben.” Ich hab ihn angelächelt und gefragt, wer hat dir das gesagt? Antwort: “Meine Mama!” Ich habe darauf der Mutter ein paar deutliche Worte gesagt.Auch Eltern haben eine Erwartungshaltung.S.: Und Kinder haben ein hohes Bedürfnis nach Gerechtigkeit, sie verteilen am liebsten halbe, halbe. Ich frage zum Schluss immer: Was wünschst du dir, wenn du an deine Eltern denkst? Ist es noch nicht ganz so schlimm, wünschen sie sich, dass die Eltern wieder zusammen sind. Ist es relativ schlimm, kommt der Wunsch, dass sie nicht mehr streiten. Ist es richtig schlimm, lautet die Antwort: dass sie gar nicht mehr zusammentreffen. Diese Kinder haben das Vertrauen verloren. Sie wollen nur noch eins: den Cut.Kann es sein, dass Ihre Gespräche es schlimmer machen für das Kind?S.: Wenn ein Kind denkt, die Entscheidung hängt an ihm, dann sage ich: Stopp, die Verantwortung haben deine Eltern. Die streiten. Du verantwortest gar nichts. Du sagst einfach, was du spürst. Du musst so ehrlich sein wie möglich, denn sonst kann es passieren, dass ich Fehler mache.Sie sagen, dass Sie diejenige sind, die entscheidet?S.: Den Kleineren sage ich: Ich bin hier die Bestimmerin!Gab es Entscheidungen, die Sie heute anders treffen würden?S.: Ja, aber nur ganz wenige. In einem der Fälle hatte ich das Kind zum Vater gegeben. Er schwor mir Stein und Bein, dass die Mutter regelmäßigen Umgang mit ihrem Kind bekomme. Doch jetzt musste ich zufällig erfahren, dass es zum kompletten Abbruch kam. Das sind die Fälle, die mir auf der Seele liegen.Ist es aus Sicht der Kinder besser, wenn Eltern auf Gedeih und Verderb zusammenbleiben?S.: Bei ständigem Streit finde ich eine saubere Trennung besser. Ich fürchte aber, dass manche Trennungen nur aus finanziellen Gründen nicht vollzogen werden, obwohl sie für die Kinder notwendig wären.House of Cards – TrailerUnd andersrum: Trennen sich manche zu früh?F.: Ich hatte Paare, die Händchen haltend reinkamen. Da fragt man sich schon, warum sie sich scheiden lassen.S.: Ich frag dann nach, da krieg ich die nettesten Antworten. Ein Schreiner kam mit seiner bildhübschen jungen Frau. “Ja, muas halt”, sagte er in breitem Bairisch. Obwohl er sie schon noch liebe. Warum er sich dann scheiden lasse? “Ja, weil sie halt bleed is!” Er sei in seinem Betrieb darauf angewiesen, dass ihm jemand die Buchhaltung mache, und das könne sie nicht.Hätte er nicht besser eine Buchhalterin eingestellt?S.: Klar, aber wenn beide übereinstimmend sagen, wir wollen uns scheiden lassen, ist es nicht unsere Aufgabe, zu sagen, die scheide ich nicht.Was haben Sie für sich persönlich gelernt in den Jahren?F.: Dass es nicht selbstverständlich ist, wenn es in der Familie gut läuft.S.: Mein Mann und ich sind seit mehr als 30 Jahren zusammen, wir haben früher über Kleinigkeiten gestritten. Heute ist es mir egal, wo er seine Schuhe abstellt.Worüber streiten Eltern am leidenschaftlichsten?S.: Über das Impfen beispielsweise. Oder über die Frage, ob sie ihrem hyperaktiven Kind Ritalin geben oder Globuli. Ich kriege seitenweise Aufsätze, was angeblich besser ist. Verbissenheit und Fanatismus sind eine schreckliche Mischung.F.: Ich hatte kürzlich die Frage, ob das Kind Salami essen darf.S.: Neulich hatte ich in einem Umgangsverfahren eine halbe Stunde lang eine Diskussion darüber, wo die Dreckwäsche im Koffer des Kindes liegen muss, wenn es der Vater übergibt. Da kriegt die Verhandlung Kabarettcharakter.F.: Aber es ist für die Eltern kein Kabarett. Das Problem ist nicht die Salami, sondern der Konflikt, der dahintersteckt. Wenn es allerdings in Vergangenheitsbewältigung ausufert, sage ich auch mal, das höre ich mir jetzt nicht mehr an.S.: Man glaubt nicht, was Facebook und Whatsapp an Ehekrisen produzieren. Man blockt sich beispielsweise gegenseitig. Wir machen inzwischen Vereinbarungen, in denen steht, dass die Eltern sich nicht blockieren dürfen. Wir regeln, wer mit wem auf welche Weise kommuniziert.Wie gehen die Eltern nach der Verhandlung raus?F.: Manche gehen danach zusammen mittagessen.S.: Gegen Ende bitte ich die Paare ab und zu, jetzt doch mal etwas Positives über den anderen zu sagen. Dann müssen sie oft ganz lange mit sich ringen.Und was kommt dann?S.: Ein Mann sagte: Für dein Alter siehst du noch richtig gut aus. Seine Frau lachte und sagte: Sehen Sie, so charmant war er immer. Danach konnten wir es leichter zu Ende bringen.TV-Richter Alexander Hold zieht in bayrischen Landtag ein



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Publish date : 2018-12-08 19:49:11

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